Insel Rügen 2007 und 2008

Schon 1992 waren wir „drüben“ auf Rügen. Direkt an der Strandpromenade in Binz wohnten wir in unmittelbarer Nachbarschaft zum Kurhaus mit Blick auf die wunderschöne Ostsee. Knapp 3  Jahre nach der Wiedervereinigung  war die Seebrücke noch nicht wieder aufgebaut und man konnte bis an die Strandpromenade mit dem Auto fahren. Schon damals war der Charme dieser Insel nicht ohne Eindruck auf uns geblieben. In diesem Bericht möchten wir euch ein paar Ausflugtipps und unsere Erfahrungen mitteilen.

2007 war es dann das erste Mal wieder soweit. Diesmal mit Kindern und Wohnwagen am Haken machten wir uns auf, die Insel erneut zu besuchen. Für die Anreise entschieden wir uns für eine Nachtfahrt. Weniger Verkehr, die mittlerweile ausgebaute Ostseeautobahn A20 und zufrieden schlafende Kinder sorgten für eine entspannte Anreise. Unser Ziel war der Campingplatz „Regenbogencamp“ im Osten der Insel am Rande des Ortes Göhren. Einige von uns waren bereits bei der Ankunft auf Urlaub eingestellt 🙂

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Begrüßt wurden wir bei unserer Ankunft an der Einfahrt zum Campingplatz durch ein lautes Pfeifen und Schnaufen. Die historische Schmalspurbahn „Rasender Roland“ hat in Göhren ihren Endhaltepunkt. Das Pfeifen und Schnaufen sollte uns den gesamten Urlaub in angenehmer Weise begleiten.

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Der Campingplatz Regenbogencamp bietet moderne Sanitäreinrichtungen, Einkaufsmöglichkeiten und einen direkten Zugang zum Strand. Auch der Aufenthalt mit Kindern ist aufgrund der Spielplätze und der in der Hauptsaison angebotenen Unterhaltung sehr angenehm. In beiden Jahren unseres Besuchs sorgten neben den Liveauftritten verschiedener Künstler des Bluewave-Festivals direkt am Campingplatz auch verschiedene Konzerte und Aufführungen in den umliegenden Orten für kurzweilige Abende.

Die Ostseebäder Baabe und Sellin

In unmittelbarer Nachbarschaft zu Göhren liegt das Ostseebad Baabe. Vom Campingplatz aus sind wir mehrmals während unseres Urlaubs über den Radweg an der Strandpromenade entlang nach Baabe und Sellin gefahren. Der Weg ist auch für kleinere Kinder auf dem Fahrrad gut zu bewältigen. Unterwegs kann man immer wieder an Spielplätzen oder am Strand anhalten. Für die großen Radfahrer gibt es auf der ganze Strecke (ca. 3.5 km bis Baabe) einen freien Blick über die Dünen auf die Ostsee. In Baabe angekommen, haben wir u.a. am Kurhaus auf dem schönen Minigolfplatz oder in der Eisdiele (Blaubeerbecher bei Jannys, hmmmm) direkt an der Promenade unsere Pause verbracht. Die Weiterfahrt nach Sellin (ca. 4 km von Baabe aus) führt wieder über den Radweg an der Ostsee entlang. In Sellin locken dann die wunderschöne Seebrücke für eine Erkundungstour oder auch Pause. Beide Seebäder verfügen über ein Kurhaus und über öffentliche Plätze für Konzerte und Aufführungen. Hier gibt es immer wieder Interessantes zu sehen und zu hören. Uns haben die Varieté Aufführung und ein Konzert eines großen Chors besonders gut gefallen.

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Radtour zum Jagdschloss Granitz

Von Göhren aus geht es über den Ostsee-Radweg über Baabe und Selin bis zum Jagdschloss Granitz. Die ca. 15 km sind mit den Kindern hinten auf den Fahrrädern entspannt und mit einigen Pausen (Eis essen in Baabe J ) am Vormittag bewältigt. Das Jagdschloss und seine Umgebung sind beeindruckend und wurden mit Neugier von uns erkundet. Spektakulär war der Aufstieg über die riesige ungwöhnliche Wendeltreppe, die an der Wandseite befestigt ist, auf den Turm des Schlosses. Dafür muß man unbedingt schwindelfrei sein. Von Oben hatte man einen fantastischen Weitblick über die Insel und die Ostsee. Den Rückweg haben wir dann etwas anders gestaltet als den Hinweg. Denn in unmittelbarer Nähe zum Jagdschloss liegt eine Haltestelle des Rasenden Rolands. Da wir uns schon bei der Ankunft in Göhren mit einem Fahrplan und einer Familienfahrkarte ausgestattet hatten, konnten wir samt Fahrrädern die Rückfahrt entspannt mit der Dampflok betriebenen Eisenbahn nach Göhren antreten.

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Blick vom Aussichtsturm Jagdschloß

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Hafenstadt Sassnitz und das U-Bootmuseum

Von Göhren aus geht es über den nördlichen Teil der Insel Rügen in Richtung Westen zur Hafenstadt Sassnitz. Die größtenteils gut befahrbaren Straßen und Alleen sollten den Autofahrer aber nicht von den jeweiligen Geschwindigkeitsbegrenzungen ablenken. Es wird auf dieser (wie auch auf vielen anderen Strecken auf Rügen) die Einhaltung / Überwachung der Geschwindigkeit (sowohl stationär wie auch mobil) sehr ernst genommen!

Der Stadthafen von Sassnitz  ist eine Mischung aus Fischerei- und Tourismushafen. Kneipen, Restaurants und kleine Geschäfte laden zum Verweilen ein. Unser Hauptziel war aber das U-Bootmuseum Sassnitz. Dort liegt die HMS-Otus, ein U-Boot der englischen Marine, das im Jahr 1963 in Dienst gestellt wurde. Das U-Boot kann von Innen besichtigt werden und bietet einen sehenswerten Einblick in die Welt der U-Bootfahrer. Die Fülle an technischer Ausstattung sowie der Einfallsreichtum bei der Unterbringung von wichtigen Ausstattungsdetails (z. B. die Toilette, Küche und Betten) ist schon bemerkenswert. Vor allem wenn man am eigenen Leib die Enge in einem von außen recht groß wirkenden U.Boot erlebt.

Radtour von Juliusruh zum Kap Arkona

Das Kap Arkona ist eines der touristischen Ziele auf der Insel Rügen. Direkt an der Steilküste auf der Halbinsel Wittow gelegen bietet dieses Ziel neben den beiden Leuchttürmen noch viele andere sehenswerte „Attraktionen“. Die Anreise mit dem Auto ist recht einfach aber nicht wirklich zu empfehlen. Die Parkplätze für Touristen befinden sich ein ganzes Stück vor dem Kap Arkona. Von dort kann der Fußmarsch, gerade mit Kindern, schon einmal 30 min. dauern. Was bei sehr warmem Wetter recht anstrengend werden kann. Es gibt zwar vom gebührenpflichten Parkplatz aus einen Pendelverkehr in Form von den allseits bekannten kleinen „Bimmelbahnen“, diese sind aber alles andere als preiswert.

Gerade wenn man Spaß am Radfahren hat, gibt es eine schöne Alternative. Auf dem Weg in Richtung Kap kommt man durch einen Ort der Juliusruh heißt. Dort kann man auf einem Parkplatz am westlichen Ortsausgang kostenfrei sein Auto abstellen und auf das Fahrrad umsteigen. Ganz in der Nähe des Parkplatzes gibt es einen Einstieg in den Ostsee-Radweg, der an der Steilküste entlang bis zum Kap Arkona führt. Ein wirklich schönes Teilstück von ca. 10 km, das unterwegs immer wieder den Blick auf die Steilküste und die Ostsee frei gibt.

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Das Fischerdorf Vitt

Auf dem Weg zum Kap Arkona bietet sich ein Besuch des Fischerdorfes Vitt an. Sehenswert sind hier die liebevoll gepflegten Häuser mit ihren Reetdächern. Leider ist es hier in der Hauptsaison recht voll, so dass eine idyllische Stimmung nur schwer aufkommt. Geparkt werden muss weit vor dem Dorf auf einem Parkplatz. Alternativ bietet sich auch hier wieder die „Anreise“ mit dem Fahrrad von Juliusruh aus.

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Von Göhren über Middelhagen, Schafberg,  Alt Reddevitz zur Landspitze Mönchgut

Und wieder geht es mit dem Fahrrad los über die Insel. Diesmal direkt vom Campingplatz aus über die teilweise im Wald liegenden Radwege Richtung Middelhagen. Je weiter wir uns Middelhagen nähern, umso ruhiger wird der Verkehr. Die kleinen Höfe und Häuser links und rechts am Weg sind teilweise von wunderschönen Gärten umrahmt und liebevoll hergerichtet. In Alt Redevitz machen wir Pause und kehren in ein altes Bauernhaus ein, in dem neben einem kleinen Laden auch ein Cafe mit  hausgemachten Kuchen auf uns wartet.  Weiter geht’s, vorbei an schönen Häusern meist mit Ferienwohnungen ausgestattet Richtung Landspitze. Die Straße wird immer enger und besteht am Ende nur noch aus quer zur Fahrtrichtung liegenden Betonplatten. Die Fahrräder werden ordentlich geschüttelt und der Wind weht aufgrund der schmalen Landzunge von der Ostsee direkt ins Gesicht. Am Ende der Straße geht dann ein Fußweg runter an die Spitze die man zum Teil am Wasser umrunden kann.

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Schiffstour mit der MS Lamara

Am Bollwerk in Baabe ist der Liegeplatz der MS Lamara. Von hier starten in der Vorsaison einmal und in der Hauptsaison zweimal am Tag die ca. 2 stündigen Rundfahrten u.a. zur Insel Vilm. Unterwegs gibt es interessante Geschichten über die Umgebung und dem Schiff zu höhren. Ein netter Ausflug für die ganze Familie der auch für nicht ganz so „seefeste“ Passagiere gut geeignet ist. Die Anreise haben wir wieder mit dem Fahrrad unternommen. Denn in der Nähe gibt es ein weiteres Highlight der örtlichen Schifffahrt….

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Überfahrt mit der Fähre Moritzdorf

Wer mit dem Fahrrad von Baabe nach Moritzdorf möchte, kann die wohl kürzeste Fährüberfahrt der Welt dazu nutzen. Die mit einem Ruderboot betriebene Fähre Moritzdorf wird vom Fährmann mit Muskelkraft zwischen Baabe und Moritzdorf hin und her gefahren. Menschen nebst Fahrrädern werden so in beeindruckender Weise von der einen zur anderen Seite gebracht. Ein Riesenspaß und eine schöne Überraschung auf einer Radtour die nebenbei auch eine gute Abkürzung sein kann.

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Die Insel Hiddensee

Ein weiteres gerne angesteuertes Ziel für Touristen ist die Insel Hiddensee. Man kann von Rügen aus mit der (Personen-) Fähre oder einem Wassertaxi auf die Insel rüber setzen. Abfahrten gibt es von Schabrode. Wiek und auch Stralsund aus. Wir haben unsere Fahrräder mitgenommen. Man kann alternativ aber auch auf der Insel in der Nähe der Anlegestelle der Fähren Fahrräder leihen. Die Insel selber ist relativ weitläufig und bietet viele interessante Ziele, die zu Fuß nur schwer an einem Tag zu erreichen wären. Also, Fahrrad und Picknickkorb nicht vergessen!

Ozeaneum Strahlsund

Das Ozeaneum in Stralsund wurde 2008 eröffnet und ist eins der beeindruckendsten Meeresmuseen die wir besucht haben. Da wir kurz nach der Eröffnung da waren, konnten wir leider das größte Aquarium des Ozeaneums noch nicht mit Tieren bestückt erleben. Aber auch ohne dieses Highlight waren der Besuch und der unglaubliche Blick in die anderen zum Teil wirklich sehr großen Aquarien ein tolles Erlebnis. In der Ausstellungshalle mit den großen Walmodellen haben wir lange fasziniert im Liegen die Stimmung genossen. Die Atmosphäre und die lebensgroßen Nachbildungen sind wirklich toll. Vor Ort haben wir uns spontan für ein Kombiticket entschieden und auch das alte Meeresmuseum besucht. Der Charme des alten Meeresmuseums und die zum Teil sehr interessanten Exponate sind ebenfalls ein Besuch wert. Ein Besuch sollte man möglichst nicht an einem Wochenende planen. Neben vielen Wochenendbesuchern ist auch der Ab- und Anreiseverkehr von und nach Rügen nicht zu unterschätzen. Wenn man früh aufbricht und Zeit hat, kann man das Ozeaneum, das Meeresmuseum und die Stadt Stralsund an einem Ausflugstag besuchen. Müde Beine und den Kopf voller toller Bilder sind garantiert.

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Rügen bietet viel für seine Besucher. Es gibt alle Kategorien von Unterkünften und Gastronomin. Wer Rügen besucht sollte sein Fahrrad nicht vergessen. Dabei sind auch Oneway-Touren kein Problem. Dank des Fahrradbusses kann man viele Rückwege mit dem Bus und seinem Drahtesel antreten. Nicht erwähnt habe wir die vielen schönen Tage an den unterschiedlichen Ostseestränden, die sauber und weitläufig sind. Viele kleine Kioske und Restaurants sowie die Sanitärgebäude an der Strandpromenade machen die Strandtage zu richtig schönen Urlaubstagen.

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Rügen, für uns immer eine Reise wert.

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